Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Goldenes Evangelienbuch von Echternach – Müller & Schindler – Hs. 156 142 – Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland)

Abtei von Echternach (Luxemburg) — 1020–1050

Angefertigt im Auftrag Theophanus, ganz in Gold geschrieben und geschmückt mit einem atemberaubenden Prunkeinband: Die vielleicht prächtigste und schönste Handschrift aller Zeiten, geschaffen im berühmten Skriptorium von Echternach

  1. Der "Codex Aureus" von Echternach ist eines der schönsten mittelalterlichen Bücher überhaupt

  2. Der großformatige Codex ist vollständig in Goldtinte geschrieben und mit 64 herrlichen Miniatur- und Purpurseiten versehen

  3. Der vergoldete Originaldeckel zeigt Edelsteine, Emailarbeiten und eine Elfenbeinplatte mit der Darstellung der Kreuzigung

Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€€€€
(über 10.000€)
Beschreibung
Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Der Codex Aureus Epternacensis oder das Goldene Evangelienbuch von Echternach ist eine der eindrucksvollsten Handschriften, die bis heute erhalten geblieben sind. Es stammt aus dem berühmten Skriptorium der Benediktinerabtei Echternach in Luxemburg, das Dutzende von Meisterwerken der karolingischen und ottonischen Buchmalerei hervorgebracht hat. Der Text wurde vollständig mit Goldtinte geschrieben und wird von 64 prächtigen Miniaturen, zahlreichen Purpurseiten sowie fünf Evangelistenporträts, dekorativen Kanontafeln und anderen dekorativen Elementen begleitet. Klassische Architekturen mit Bögen und Säulen, Bordüren mit geometrischen und Akanthusblatt-Ornamenten sowie Flechtbandinitialen schmücken darüber hinaus den Text. Für die Luxusausgabe dieser einzigartigen Handschrift bildet ein prachtvoller Einband mit einer nachgebildeten Elfenbeinplatte, die die Kreuzigung zeigt, sowie prächtigen Edelsteinen und Emaillearbeiten den passenden Rahmen für eines der prachtvollsten Werke der mittelalterlichen Buchmalerei.

Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Das Evangelienbuch ist ein Werk von unvorstellbarer Pracht, verschwenderisch in seinem Reichtum an Bildmotiven, an herrlichen Ornamenten und farbenprächtigen szenischen Darstellungen zum biblischen Geschehen. Schon allein die Größe der Pergamentseiten (31 x 44 cm) verrät die Bedeutung, die diesem Buch als Repräsentationsobjekt zukam. In 64 ganzseitigen Miniaturen und Schrifttafeln, in Hunderten von kostbaren Initialen zeigt die Echternacher Malschule ihr einzigartiges Können in voller Blüte. Silbertöne und kaiserlicher Purpur steigern den Eindruck voller Würde. Seinen Namen erhielt der Codex Aureus durch die nahezu verschwenderische Verwendung von Gold auf fast allen Seiten.

Das Kloster in Echternach und der Heilige Willibrord

Die Benediktinerabtei Sankt-Willibrord im luxemburgischen Echternach hatte ihren Namen von ihrem Gründer, einem angelsächsisch Wandermönch, der im Jahr 658 in Northumbrien geboren wurde. Als er 81 Jahre später in Echternach starb, hatte Willibrord längst den Grundstein dazu gelegt, dass Echternach eines der - viele sagen DAS führende Reichsskriptorium auf dem Kontinent beherbergte. Im 11. Jahrhundert ernannten es die herrschenden Salier zu ihrem Hofatelier. Geschätzte 100 prachtvolle und goldene Bilderhandschriften wurden in diesem Jahrhundert in Echternach hergestellt: Das Echternacher Sakramentar, das Echternacher Evangelistar, das Perikopenbuch Heinrichs III., das Salische Kaiserevangeliar… Keines allerdings ist so schön und so berühmt wie das Goldene Evangelienbuch - der Codex Aureus Epternacensis.

Wunderschöner Text

Von besonderer Schönheit sind die Pergamentseiten, auf denen die Texte der Evangelien in reinem Gold, dem Symbol des Lichts und der Erleuchtung, niedergeschrieben sind. Der Text selbst erscheint in zwei Kolumnen; er ist belebt von kleinen Initialen in Gold oder größeren Buchstaben, die von Flechtwerk durchsetzt sind. Als Ornament dienen häufig menschliche Gestalten, Vögel und Säulen. Um einzelne Textstellen besonders zu betonen, malte man Initialbuchstaben, die über eine ganze Spalte reichen.

Ein Blick in den Alltag

Der große Bilderzyklus zum Neuen Testament erscheint in vier Teilen, von denen je einer dem jeweiligen Beginn der Evangelientexte vorangestellt ist. In diesen wird das biblische Geschehen mit einer Fülle lebendiger Einzelheiten dargestellt. Auf sechzehn Seiten der Handschrift sind in je drei untereinander stehenden Zonen weit über hundert Einzeldarstellungen ausgebreitet. Jeder der vier Teile umfasst einen Zeitabschnitt des Lebens Christi auf Erden. Die Treue zum Bibeltext ist immer bis ins kleinste Detail gewahrt. Alle Bilder sind ein Spiegel des Mittelalters. Der Codex Aureus stellt damit eine, im Vergleich zu den schriftlichen Texten, unerschöpfliche Quelle zur Erforschung des mittelalterlichen Alltagslebens dar.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Codex Aureus Epternacensis
Codex Aureus of Echternach
Golden Gospels of Echternach
Umfang / Format
272 Seiten / 44,5 × 31,0 cm
Herkunft
Luxemburg
Datum
1020–1050
Stil
Sprache
Schrift
Karolingische Minuskel Unizialis
Buchschmuck
64 Prunkseiten, darunter 16 ganzseitige Miniaturen mit jeweils 3 Bildstreifen, 4 Evangelisten-Portraits und Majestas Domini, 10 Kanontafeln, 9 ganzseiteige, 16 halbseitige und 503 kleinere Gold- und Silberinitialen, gesamter Text mit Goldtinte geschrieben
Inhalt
Kanontafeln, vier Evangelien
Auftraggeber
Wohl Abt Humbert von Echternach (1018–1051), Prunkdeckel in Auftrag von Kaiser Otto III. (980–1002) und seiner Mutter Theophanu (960–991)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Altenburg (1745–1804)
Haus Coburg-Gotha

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 250 Exemplare

Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 850 Exemplare

Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 150 Exemplare
Detailbild

Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Gebälk einer Kantontafel

Die Evangelien von Matthäus und Lukas werden nebeneinander unter vier Bögen präsentiert, um den Leser bei seinen religiösen Studien zu unterstützen - dies sind die von Eusebius von Cäsarea geschaffenen Kanontafeln. Auf fünf Säulen mit kunstvollen Kapitellen ruhend, ist dieses augwendige Gebälk ein Beispiel für die ottonische Buchmalerei und insbesondere für das Skriptorium des Klosters Echternach. Es verwendet nur die feinsten Pigmente und schimmerndes Blattgold, allesamt ausgeführt von einigen der besten Buchmaler der Epoche.

Goldenes Evangelienbuch von Echternach – Müller & Schindler – Hs. 156 142 – Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland)
Einzelseite

Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Anbetung der Könige/Traum der Könige und Abreise zu Pferd/Darbringung Jesu im Tempel

Die eindrucksvolle Handschrift enthält über hundert farbenprächtige szenische Einzeldarstellungen zu Abschnitten aus dem Neuen Testament. In jeweils drei untereinanderliegenden Zonen werden verschiedene Zeitabschnitte des Lebens Christi illuminiert. Die besonders großzügige Verwendung von Gold zur Rahmung der einzelnen Szenen sowie zur Akzentuierung von Bildmotiven zeugt vom besonderen Reichtum des Codex. Hinzu kommt die inhaltliche Wertigkeit der Abbildungen, indem die Treue zum Bibeltext bis ins kleinste Detail erhalten bleibt.

Im oberen Bildabschnitt sind die Heiligen Drei Könige dargestellt, die ihre Gaben überreichen. Maria und das Jesuskind sind in eine prunkvolle Säulenarchitektur eingebettet, wodurch der bescheidene Geburtsort Christi kunstvoll überspielt wird. In der meisterhaften und detailreichen Darstellung befindet sich über der Architektur der rot leuchtende Stern von Bethlehem, der den drei Heiligen den Weg wies. Währen der mittlere Bildabschnitt mit dem Traum der Könige das Matthäusevangelium fortführt, zeigt die untere Szene die Darbringung Jesu im Tempel nach Lukas (2, 22-35). Auch hier wird mit besonderem Detailreichtum demonstriert, wie Jesus an Simeon am Altar des Tempels übergeben wird. Maria und Joseph stehen in dem aufwendig gestalteten Tempelraum, während Maria zwei Tauben für das Opfer bereithält.

Goldenes Evangelienbuch von Echternach – Müller & Schindler – Hs. 156 142 – Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland)
Faksimile-Editionen

#1 Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Vorzugsausgabe)

Müller & Schindler – Frankfurt, 1982

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 250 Exemplare
Einband: Prunkeinband mit Elfenbeinrelief in der Deckelmitte, Ornamentbändern aus Emailplättchen und Edelsteinen sowie Perlenreihen in den Eckdiagonalen. Zwischen den Emailplättchen sind 48 größere Halbedel- und Schmucksteine in Fassungen aus Goldfiligran eingelassen. Jeder Edelstein ist von vier herz- oder tropfenförmigen Schmucksteinen begleitet. Die seidenbezogene Rückseite ist durch fünf vergoldete Beschläge gegliedert.
Kommentar: 1 Band von Rainer Kahsnitz und Elisabeth Rücker
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€€€€
(über 10.000€)

#2 Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Normalausgabe)

Müller & Schindler – Frankfurt, 1982

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 850 Exemplare
Einband: Einband in purpur/grün eingefärbter Seide und mit vergoldeten Beschlägen
Kommentar: 1 Band von Rainer Kahsnitz und Elisabeth Rücker
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar
Preiskategorie: €€€
(3.000€ - 7.000€)

#3 Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Coron-Ausgabe)

Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Goldenes Evangelienbuch von Echternach – Müller & Schindler – Hs. 156 142 – Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland)
Goldenes Evangelienbuch von Echternach – Müller & Schindler – Hs. 156 142 – Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 150 Exemplare
Einband: Einband in purpur/grün eingefärbter Seide und mit vergoldeten Beschlägen Lederüberzogene Kork-Kassette, auf dem Deckel Elfenbein-Intarsie mit Kreuzigungsszene, sowie vergoldete Metallbordüren mit Edelstein-, Perl- und Email-Einlagen
Kommentar: 1 Band von Rainer Kahsnitz und Elisabeth Rücker
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar
Preiskategorie: €€€
(3.000€ - 7.000€)
Das könnte Sie auch interessieren:
Codex Caesareus Upsaliensis – Almqvist & Wiksell – MS C93 – Universitetsbibliotek Uppsala (Uppsala, Schweden)
Codex Caesareus Upsaliensis
Abtei von Echternach (Luxemburg) – Ca. 1050

Majestätische Evangelistenportraits, purpurnes Pergament und strahlendes Blattgold: Ein kostbar illuminiertes Meisterwerk aus dem Skriptorium der Abtei Echternach im Auftrag Kaiser Heinrichs III.

Erfahren Sie mehr
Codex Aureus Escorialensis – Testimonio Compañía Editorial – Vitr. 17 – Real Biblioteca del Monasterio (San Lorenzo de El Escorial, Spanien)
Codex Aureus Escorialensis
Abtei von Echternach (Luxemburg) – 1043–1046

Eines der größten Evangeliare des Mittelalters, prächitg illuminiert und ganz in Gold geschrieben: Das salische Kaiserevangeliar Heinrichs III. aus der berühmten Abtei des Klosters Echternach

Erfahren Sie mehr
Echternacher Evangelistar – Faksimile Verlag – ms. 9428 – Bibliothèque royale de Belgique (Brüssel, Belgien)
Echternacher Evangelistar
Abtei von Echternach (Luxemburg) – Um 1030

Ein kostbares Meisterwerk aus dem berühmten Skriptorium in Echternach: Die Geschichten der Bibel und das Martyrium des Heiligen Stephanus in einer leuchtenden Prachthandschrift mit pastellfarbenen Miniaturen und goldenen Initialen

Erfahren Sie mehr
Lesenswerte Blog-Artikel
Filterauswahl
Verlag