Von den Gestirnen

Von den Gestirnen – Coron Verlag – Verschiedene Eigentümer

Paris (Frankreich); Brügge (Belgien) und weitere — 9.–16. Jahrhundert

Die Verschmelzung von Kunst und Wissenschaft in der ewigen Faszination vom Nachthimmel: Eine kunstvolle Sammlung der schönsten Miniaturen astronomischer und astrologischer Handschriften des Mittelalters

  1. Astronomische Modelle, die die Planetenbahnen in einer Reihe konzentrischer Kreise darstellten, gab es schon in der Antike

  2. Im Spätmittelalter wurden solche Bahnen für alle sieben Planeten sowie vier weitere für Feuer, Luft, Wasser und Erde angenommen

  3. Alles ist von der Fixsternsphäre umgeben, die von den Engeln gehalten wird - das war die mittelalterliche Vorstellung vom Universum

Von den Gestirnen

  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Von den Gestirnen

Das antike Wissen über die Astronomie ging im Westen nach dem Fall Roms größtenteils verloren, was jedoch umso größeres Interesse an der Erforschung der Sterne weckte. Obwohl sie ihren Kollegen aus der islamischen Welt lange Zeit unterlegen waren, leisteten die Europäer des Mittelalters wichtige Beiträge zur Astronomie. Astronomische Modelle, die Planetenbahnen in einer Reihe von konzentrischen Kreisen sehen, haben ihre Wurzeln zwar schon in der Antike, wurden aber im Mittelalter allgemein üblich. Für das Spätmittelalter war es typisch, dass alle sieben Planeten dargestellt wurden, mit vier weiteren Kreisen unter dem Mond für Feuer, Luft, Wasser und Erde. Diese waren alle von einer Kugel aus Fixsternen umgeben, die von den Engeln hochgehalten wurden. Astronomische Handschriften zählen zu den schönsten Beispielen mittelalterlicher Miniaturmalerei und legen ein großartiges Zeugnis ab über die Verschmelzung von Kunst und Wissenschaft.

Von den Gestirnen

Nach dem Untergang Roms stagnierte die westliche Astronomie und erlebte erst in der scholastischen Renaissance des 12. Jahrhunderts eine Wiederbelebung. Nichtsdestotrotz wurde die Arbeit von Personen wie dem Heiligen Isidor von Sevilla (um 560-636) fortgesetzt, der versuchte, das Wissen der antiken Philosophen und Gelehrten mit dem der Kirchenväter in Einklang zu bringen. Die mittelalterlichen Astronomen versuchten, eine symbiotische Beziehung zwischen den Grundsätzen der Astronomie des Ptolemäus und der Physik des Aristoteles herzustellen und die Unterschiede zwischen ihnen auszugleichen. Gelehrte aus der arabischen Welt haben sich als Astronomen besonders hervorgetan. Von ihrer Gelehrtheit profitierten die europäischen Astronomen enorm.
Die Darstellung der Theorien und Erkenntnisse der großen Sterndeuter der Geschichte war die Aufgabe der Buchmaler, die eine Gattung mittelalterlicher Handschriften schufen, die sich durch einige der kunstvollsten und komplexesten Miniaturmalereien rühmen kann, die aus dieser Zeit erhalten sind. Die europäischen Abhandlungen über die Sterne begannen sich im 15. Jahrhundert zu vermehren und nutzten die raffinierteren Techniken der Renaissance-Künstler, um den Inhalt der von den Astronomen dieser Zeit verfassten Texte darzustellen. Einige dieser Werke versuchten sogar, einen Zusammenhang zwischen Astronomie/Astrologie und Gesundheit/Medizin zu verdeutlichen.
Diese zehn Seiten bieten einen Überblick über prächtig illuminierte mittelalterliche astronomische Handschriften:

Blatt 1: Der große und der kleine Bär  
Aratea, Universitätsbibliothek Leiden  
9. Jahrhundert  

Blatt 2: Ein Engel  
Kosmographie des Al-Kaswini, Staatsbibliothek München  
Irak, 1280  

Blatt 3: Zwei Astronomen  
Astronomischen Sammelhandschrift Königs Wenzel IV., Österreichische Nationalbilbiothek Wien  
Prag, 1392–93  

Blatt 4: Die alfonsinischen Tafeln  
Astronomischen Sammelhandschrift Königs Wenzel IV., Österreichische Nationalbilbiothek Wien  
Prag, 1392–93  

Blatt 5: Januar mit den Tierkreiszeichen Steinbock und Wassermann  
Tres riches heures de Duc de Berry, Musee Conde in Chantilly  
Paris, um 1413  

Blatt 6: Juni mit dem Tierkreiszeichen Krebs  
Bedford Hours, The British Library London  
London, um 1420  

Blatt 7: Die Venus  
De Sphaera, Universitätsbibliothek Modena  
um 1450–1470  

Blatt 8: Die Sonne  
Natur des Weltalls, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel  
Utrecht, 1465–1470  

Blatt 9: Sonnenuhr mit den Tierkreiszeichen  
Heidelberger Schicksalsbuch, Universitätsbibliothek Heidelberg  
um 1491  

Blatt 10: Tierkreiszeichen Mensch  
Glockendon-Kalendar, Staatsbibliothek zu Berlin  
Nürnberg, 1526

Kodikologie

Alternativ-Titel
On the Stars
Meisterwerke zur mittelalterlichen Sternenwelt
Herkunft
Frankreich
Datum
9.–16. Jahrhundert
Buchschmuck
10 Miniaturen
Inhalt
Zehn Einzelblätter bedeutender Handschriften

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Von den Gestirnen – Coron Verlag – Verschiedene Eigentümer
Coron Verlag – Gütersloh, 2002
Limitierung: 1995 Exemplare
Detailbild

Kassette Von den Gestirnen

Astrolabium mit Tierkreiszeichen

Eine zentrale Scheibe dreht sich um eine stilisierte Sonne mit einem eingeschriebenen Mond: Im inneren Ring sind die Mondphasen mit arabischen Ziffern markiert und schematisch daneben dargestellt, im äußeren Ring sind die Tierkreiszeichen mit einem eingeschriebenen Sternbild kunstvoll abgebildet. Die zwölf Stunden sind auf dem äusseren Ring mit römischen Ziffern markiert. Die wunderbare Farbpalette von Berthold Furtmeyr lässt das Bild auf der Seite beinahe explodieren und die Sonne in der Mitte wirft einen hypnotisierenden Blick auf den Betrachter.

Von den Gestirnen – Coron Verlag – Verschiedene Eigentümer
Einzelseite

Astronomische Sammelhandschrift Königs Wenzel IV.

Die alfonsinischen Tafeln

Die sogenannten alfonsinischen Tafeln, die für die Berechnung der Abstände von Sonne, Mond und den Planeten zu den Fixsternen verwendet wurden, waren eine der größten intellektuellen Errungenschaften Europas im 13. Jahrhundert. Sie sind nach dem Mann benannt, der ihre Erstellung in Auftrag gab, König Alfons X. von Kastilien, einem Monarchen, der so gebildet war, dass er sowohl den Beinamen „Der Weise“ als auch „Der Astrologe“ trägt.

König Alfons wird in der historisierten Initiale als Monarch des späten 14. Jahrhunderts dargestellt, aber sie könnte auch gleichzeitig König Wenzel IV. von Böhmen abbilden. Er gab dieses Werk in Auftrag, das so die beiden Könige miteinander verbindet. Wenzel war ebenfalls ein sehr gebildeter Mann und einige der prächtigsten illuminierten Handschriften der Gotik gehen auf seinen Auftrag zurück.

Von den Gestirnen – Coron Verlag – Verschiedene Eigentümer
Faksimile-Editionen

#1 Kassette Von den Gestirnen

Coron Verlag – Gütersloh, 2002

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Coron Verlag – Gütersloh, 2002
Limitierung: 1995 Exemplare
Einband: Exklusiv entworfene Prunk-Kassette mit Deckelrelief (Tierkreis von Dendera darstellend) aus der Osiriskapelle des Harthortempels in Ägypten. Kassette innen mit königsblauem Samt ausgelegt und außen von einem goldfarben durchwirkten Stoff geschmückt.
Kommentar: 1 Band
Sprache: Deutsch
Faksimile: 10 Einzelseiten Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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Preiskategorie: €
(unter 1.000€)
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