La Grammatica Sforza

Buch Iesus und die Abhandlung der Grammatik von Donatus – Franco Cosimo Panini Editore – Ms. 2163 and Ms. 2167 – Biblioteca Trivulziana del Castello Sforzesco (Mailand, Italien)

Mailand (Italien) — Ende des 15. Jahrhunderts

Zur Erziehung des jungen Maximilian Sforza, Sohn des mächtigen Herzogs von Mailand: Lateinische Grammatik in Kombination mit spätantiken Moralvorstellungen und wunderschönen Renaissance-Miniaturen

  1. Ein lateinisches Grammatikbuch wird mit einer moralistischen Abhandlung in dieser großartigen Fibel kombiniert

  2. Es wurde vom Herzog von Mailand, Ludovico il Moro (1452–1508), für seinen Sohn Maximilian Sforza (1493–1530) in Auftrag gegeben

  3. Die Originalwerke aus dem 4. Jahrhundert waren von den Römern Aelius Donatus und Dionysius Cato verfasst worden

La Grammatica Sforza

Ausgabe bei uns verfügbar!
Preis Kategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
La Grammatica Sforza

Dies ist eine seltene Fibel, die für Maximilian Sforza, den ältesten Sohn des Herzogs von Mailand, wunderschön illuminiert wurde. Sie ist eine Kombination aus einem grammatikalischen Handbuch und einem moralisch belehrenden Traktat. Obwohl es in erster Linie lateinische Texte enthält, finden sich auch italienische und deutsche. Es ist wahrscheinlich das prächtigste Exemplar des populärsten lateinischen Lehrbuchs im mittelalterlichen Europa, das wohl im 4. Jahrhundert geschrieben worden ist.

Buch Iesus und die Abhandlung der Grammatik von Donatus

Illuminierte Fibeln, die für die Erziehung von Kindern bestimmt sind, gehören zu den seltensten Handschriften des Mittelalters. Diese Fibel wurde vom Herzog von Mailand, Ludovico il Moro (1452-1508), für seinen ältesten Sohn Maximilian Sforza (1493-1530) in Auftrag gegeben und enthält zahlreiche prächtige Porträts des italienischen Fürsten. Der Text besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen, dem Liber Iesus und der Grammatica del Donato, einer anonymen Bearbeitung der Ars grammatica von Aelius Donatus, dem römischen Grammatiker und Rhetoriklehrer, der in der Mitte des 4. Jahrhunderts wirkte und Lehrer des Heiligen Hieronymus (347-420) war. Es finden sich sowohl grammatikalische als auch moralisierenden Abhandlungen, ehe die Disticha Catonis folgen, eine lateinische Sammlung sprichwörtlicher Weisheiten und Moralvorstellungen eines unbekannten Autors namens Dionysius Cato, der im 3. oder 4. Jahrhundert lebte. Sie waren das beliebteste lateinische Lehrbuch des Mittelalters und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Weitere Elemente der Fibel sind italienische Gedichte, deutsche Dialoge und lateinische Gebete. Der Text wurde von einem Mailänder Schreiber namens Giovanni Battista Lorenzi niedergeschrieben, dessen geschickter Text in vielen Werken überliefert ist, über den selbst jedoch wenig bekannt ist. Der Text ist mit wunderbaren ganzseitigen Miniaturen verschiedener berühmter Künstler geschmückt, darunter Giovanni Ambrogio de Predis (ca. 1455 - ca. 1508), der Meister des Epithalamion des Jason de Mayno, Giovan Pietro Birago (tätig 1471-1513), der Meister der Anna Sforza und Boccaccio Boccaccino (ca. 1467 - ca. 1525).

Kodikologie

Alternativ-Titel
Liber Iesus and Treatise on Grammar by Donatus
Libri per una educazione rinascimentale : Grammatica del Donato : Liber Iesus
Libretto
Libretto del Iesus
Libretto del ABC
Umfang / Format
28 Seiten (Ms. 2163) + 108 Seiten (Ms. 2167) / 19,8 × 13,8 cm (Ms. 2163) + 27,4 × 17,7 cm (Ms. 2167)
Herkunft
Italien
Datum
Ende des 15. Jahrhunderts
Schrift
Humanistische Minuskel Capitalis Quadrata
Buchschmuck
11 große Miniaturen und diverse Zierinitialen, Tituli und Bordüren
Inhalt
Fibel für Maximilian Sforza mit dem Liber Iesus, der Grammatica del Donato, den Disticha Catonis, italienischen Gedichten, deutschen Dialogen und lateinischen Gebeten
Auftraggeber
Ludovico il Moro (1452–1508), Herzog von Mailand
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Maximilian Sforza (1493–1530)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Buch Iesus und die Abhandlung der Grammatik von Donatus – Franco Cosimo Panini Editore – Ms. 2163 and Ms. 2167 – Biblioteca Trivulziana del Castello Sforzesco (Mailand, Italien)
Franco Cosimo Panini Editore – Modena, 2016
Limitierung: 699 Exemplare
Detailbild

La Grammatica Sforza

Pater Noster

Während die meisten Miniaturen dieser prachtvollen Fibel allegorische und alltägliche Szenen zeigen, in denen Maximilian häufig selbst dargestellt ist, wird das lateinische Vaterunser („Pater noster“) von einer Darstellung Christi als Salvator Mundi eingeleitet. Entsprechend des Endes des wohl bekanntesten christlichen Gebets – „erlöse uns von dem Bösen“ – erscheint Christus hier als „Erlöser der Welt“ mit Kreuznimbus, Segensgestus und goldener Sphäre in der linken Hand. Die zweifach gerahmte, kleine Miniatur weckt dabei einerseits Assoziationen mit Tafelbildern, nimmt jedoch andererseits die P-Initiale des Gebets auf, dessen goldener Buchstabenkörper Christi Haupt umschließt.

Buch Iesus und die Abhandlung der Grammatik von Donatus – Franco Cosimo Panini Editore – Ms. 2163 and Ms. 2167 – Biblioteca Trivulziana del Castello Sforzesco (Mailand, Italien)
Einzelseite

La Grammatica Sforza

Porträt des Maximilian Sforza

Ambrogio de Predis war der Hofmaler Ludovico Maria Sforza, il Moro, und vor allem bekannt für seine meisterlichen Porträts. Es ist also kein Wunder, dass er dieses ganzseitige Bildnis Maximilians auf fol. 1v als Auftakt für dessen Fibel anfertigte. Interessanterweise arbeitete de Predis zeitweise auch als Hofmaler für Bianca Maria Sforza und ihren Gemahl, Kaiser Maximilian I., nach dem Maximilian Sforza benannt wurde.

Der zur Entstehungszeit maximal sechs Jahre alte Maximilian wird in der traditionellen Profilansicht gezeigt – dem typischen Darstellungsmodus von Herrscherbildnissen seit der Antike. Seine weichen, kindlichen Züge zeichnen sich vor dem tiefschwarzen Hintergrund ab, mit dem die dunkle Rüstung des Jungen fast zu verschmelzen scheint. Seine rote Kappe, die der Mode der Zeit entspricht, sticht hingegen deutlich hervor und schneidet zudem den schmalen goldenen Rahmen des Bildes an.

Buch Iesus und die Abhandlung der Grammatik von Donatus – Franco Cosimo Panini Editore – Ms. 2163 and Ms. 2167 – Biblioteca Trivulziana del Castello Sforzesco (Mailand, Italien)
Faksimile-Editionen

#1 Grammatica del Donato e Liber Iesus Buch Iesus und die Abhandlung der Grammatik von Donatus

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Franco Cosimo Panini Editore – Modena, 2016
Limitierung: 699 Exemplare
Einband: Brauner Ledereinband mit Blind- und Goldprägung
Kommentar: 1 Band von Jonathan J.G. Alexander, Pier Luigi Mulas und Marzia Pontone
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preis Kategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
Das könnte Sie auch interessieren:
Francesco Tranchedino: Diplomatische Geheimschriften – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Cod. Vindob. 2398 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)
Francesco Tranchedino: Diplomatische Geheimschriften
Mailand (Italien) – Um 1475

Ein seltenes Zeugnis für politische Intrigen und Spionage im Mittelalter: Eine faszinierende Kryptografiesammlung mit mehreren Hundert Chiffreschlüsseln aus der Privatkanzlei der mächtigen Sforza

Erfahren Sie mehr
Lehrbuch für Kaiser Maximilian I. – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Cod. Vindob. 2368 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)
Lehrbuch für Kaiser Maximilian I.
Wien (Österreich) – Um 1466

Das erste Lehrbuch für den "letzten Ritter": Das Vater Unser und andere Gebete in goldenen Miniaturen und akribischer Kalligrafie für den späteren Kaiser und herausragenden Förderer der Künste

Erfahren Sie mehr
Officium beatae mariae virginis von Kardinal Ippolito d'Este – Imago – Lat. 74 = alfa Q. 9. 31 – Biblioteca Estense Universitaria (Modena, Italien)
Officium beatae mariae virginis von Kardinal Ippolito d'Este
Mailand (Italien) – Ende des 15. Jahrhunderts – Anfang des 16. Jahrhunderts

Das persönliche Geschenk des Kardinals Ippolito d'Este an seine Schwägerin: 146 wunderschöne Miniaturen der Mailänder Schule in einem kostbaren privaten Gebetbuch für Anna Sforza

Erfahren Sie mehr
Legendarium der Sforza – Franco Cosimo Panini Editore – Ms. Varia 124 – Biblioteca Reale di Torino (Turin, Italien)
Legendarium der Sforza
Mailand (Italien) – 1476

Das mächtige Herzogtum Mailand als Kulisse für die Heiligen: Eines der schönsten Werke der italienischen Frührenaissance, geschaffen vom begnadeten Cristoforo de Predis für Galeazzo Maria Sforza

Erfahren Sie mehr
Warschauer Sforziada und La Bella Principessa – Scripta Maneant – Biblioteka Narodowa (Warschau, Polen)
Warschauer Sforziada und La Bella Principessa
Mailand (Italien) – Um 1490

Eine Lobeshymne auf die Sforza, aber berühmt für ein neu entdecktes, etwa 100 Millionen Dollar teures Gemälde: Leonardo da Vincis wohl eigenhändiges Portrait der jungen Bianca Sforza in einer wertvollen italienischen Inkunabel

Erfahren Sie mehr
Codex Sforza – Nova Charta – Varia 75 – Biblioteca Reale di Torino (Turin, Italien)
Codex Sforza
Cremona (Italien) – 27. November 1467

Das Lernportfolio eines zukünftigen Souveräns im 15. Jahrhundert: Der Kommentar zu einem antiken Text vom 15-jährigen Ludovico Maria Sforza zur Demonstration seiner Fortschritte als Schüler

Erfahren Sie mehr
Lesenswerte Blog-Artikel
Filterauswahl
Verlag